Nachhaltigkeits-Marketing, mal ehrlich und redlich

Das Begriffspaar „Nachhaltigkeits-Marketing“ war für mich bislang eine leere Worthülse, ein Feigenblatt. Für meinen Geschmack steckt zu oft Greenwashing dahinter. Zu selten beschreibt es eine gute Absicht bzw. ein redliches Umweltbewusstsein. Die Werbekampagne von Patagonia hat nicht nur meine Aufmerksamkeit geweckt, sondern mir auch erklärt wie Nachhaltigkeit im Marketing und Management funktioniert.

Wenn ein Hersteller für Outdoorkleidung damit wirbt bloß nicht seine Jacken zu kaufen, dann fragt man sich, ob das der Gag eines durchgeknallten Kreativen war? Oder blindwütige Effekthascherei um Aufmerksamkeit, koste es was es wolle? Oder ist das auf dem Bild etwa eine Jacke des Wettbewerbers? Bei Patagonia ist es nichts von alledem. Es ist schlicht und einfach ehrlich gemeint. Yvon Chouinard, Chef und Spiritus Rector der Outdoormarke Patagonia, kommentiert seine Kampagne so: „Wir haben es todernst gemeint. Es war kein Marketing-Trick, wir wollten die Leute dazu bringen, zweimal darüber nachzudenken, was sie alles kaufen.“ (Spiegel Online)

Da kann man nichts dagegen sagen, das kaufe ich ihm ab. Auch, wenn er im zweiten Satz darauf hinweist, dass die Kunden am Ende mehr gekauft hätten, „Aber wenigstens von uns und nicht von irgendjemandem, der keine Verantwortung für seine Produkte übernimmt.“ Jetzt habe ich verstanden was Nachhaltigkeits-Marketing ist.

Siehe auch der entsprechende Bericht im Prodir Magazin 06/2017:
Patagonia